that's a pretty liar - about Alex

Über Alex habe ich noch nie gebloggt, glaube ich. Das ist eigentlich seltsam, man könnte immerhin sagen, er sei mein bester Freund.

Wir kennen uns bereits drei Jahre, wir sind Nachbaren.....man könnte meinen, dass sei der Grund wieso, ich bereits so lange mit ihm befreundet bin, für meine Verhältnisse versteht sich.

Aber mir so nahe zu sein ist alles andere als förderlich. Umso erstaunlicher ist es, dass er trotzdem noch mit mir befreundet ist.

Nun, es heisst Gegensätze ziehen sich an. In unserem Fall muss das wohl wirklich so sein. Wie könnte jemand wie er sonst mit jemandem wie mir auskommen? Ich ziehe Alex oft damit auf, dass er besser als Mom hätte geboren werden sollen. Neugeboren und direkt Mutter, das hätte zu ihm gepasst. Das Problem ist nur, ich habe mich nie von ihm angezogen gefühlt, zumindest nicht in dieser Weise, er schien mir nützlich, das war alles.

Manchmal bewundere ich ihn fast. Diese Mommy in einem Teenager Jungenkörper. Er sagt mir ich soll gefälligst sauber machen, kocht für mich, und zwar Zeug von dem ich nicht mal den Namen kenne. Er putz manchmal auch, wenn ich es nicht mache, nachdem er mich ermahnt hat, einfach weil seine Mommygene damit nicht umgehen können. Er sagt mir ich soll früher schlafen gehen...bis vor einem Jahr, als wir noch auf die gleiche Schule gingen, kam er am Morgen wenn ich verschlafen hatte und ich verschlief oft, um mich zu wecken.

Er wohnt nicht wie ich alleine, seine Familie ist richtig kitschig...alle mögen sich. Aber seine Eltern arbeiten so oft, dass er eine eigene Etage mit Küche und allem bekommen hat. Wie gesagt, er kommt damit klar, er ist halt eine Mommy und so wie es aussieht, bin ich wohl seine kleine pubertierende Tochter. Die er mit bemerkenswerter Ruhe zu erziehen versucht.

Gut, das Beispiel geht nicht ganz auf, immerhin schlafen wir miteinander....gelegentlich. Alex ist nicht der Typ der sich so leicht auf sowas einlässt....ich schon. Unsere Rollen sind sowas von falsch rum verteilt.


Währe da nicht diese Ruhe, würde ich sagen, dass er einfach nur ein verdammter Masochist ist oder aber einfach zu blöd ist um sich dagegen zu wehren, das ich ihn ausnutze, aber so ist das nicht. Mit einem IQ von 126 kommt er fast an meinen rann und ist somit sicherlich nicht zu dumm. Zu naiv auch nicht, er kennt mich, eine Weile kannte er mich sogar besser als ich mich selbst. Vielleicht ist das immer noch so.

Anfangs gab ich mir Mühe mich in seiner Gegenwart zu verstellen, das ist nicht schwierig, auch nicht anstrengend. Es gehört zu mir, ich bemerke den Schwindel meistens selbst nicht mehr.

Doch wir waren Nachbaren, wir waren beste Freunde, er war meine Mommy. Er war so gut, dass ich ihn niemals hätte unverletzt lassen können. Ich war ich, mein hässliches ich, das Leuten wehtun will, sie ausnutz, mit ihnen spielt und sie am Ende wegwirft.

Doch er ertrug alles, egal was ich tat, er weckte mich jedem Morgen aufs neue, wenn ich wieder verschlafen hatte. Egal was ich sagte, er kochte weiterhin für mich mit und egal wie ich war, er bleib immer ruhig- verhältnismässig.

Ich wusste, dass es ihm weh tat und ich fragte mich, wieso er trotzdem an meiner Seite blieb. Er war nicht der erste, bei vielen hatte ich mir einen Spass daraus gemacht, sie an meiner Seite zerbrechen zu sehen. sie waren unfähig zu gehen, sie schienen alle abhängig von mir.
Alex war das nicht. Ich war fasziniert. Ich wollte ihn haben, ich wollte dass er mir gehörte.

"Ich liebe dich." erklärte ich ihm eines Tages, ich war selbst überzeugt davon, in diesem Augenblick, glaubte ich es wirklich selbst.

"Das ist eine hübsche Lüge." antwortete er.
Alex wusste, dass ich log, noch bevor ich es selbst wusste. Er hat mir nie verraten, wieso er das alles tut. Ich denke, ich werde es nie herausfinden, er will nicht, dass ich es erfahre, weil ihm bewusst ist, dass das sein Trumpf ist. Ich denke, Alex ist ein verdammt guter Mensch, aber er spielt genau so mit mir wie ich mit ihm. Aus anderen Beweggründen, aber er spielt.

23.12.14 23:56

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